Tibetische Medizin – Sowa Rigpa – „Das Wissen vom Heilen“
„Der Geist ist sowohl die Quelle des Glücks als auch die Wurzel des Leidens. Es wohnt ihm eine außerordentliche Heilkraft inne, aber auch die Fähigkeit, uns krank zu machen“ (Buddha)
Die Aussage Buddhas reflektiert die ambivalente Natur des Geistes und dessen Rolle bei der Erfahrung von Glück und Leiden.
Alte Wurzeln – große Wirkung. Eine alte Epoche, eine abgelegene Region im Himalaya und unermessliches medizinisches Wissen. Die Anfänge der tibetischen Medizin reichen weit zurück. Es ist nicht nur eines der ältesten Medizinsysteme der Welt, sondern überzeugt bis heute mit einzigartigen Heilungs- und Weisheitslehren.
Der Mensch ist ein komplexes energetisches System wo Körper, Seele und Geist zusammenwirken. Eine Harmonie dieser drei Ebenen ist die Voraussetzung für Gesundheit. Dabei spielt Spiritualität eine zentrale Rolle.
Die Wurzel aller Krankheiten.
Die zentrale Frage dabei lautet: Was macht uns überhaupt krank? Während unser Körper von Liebe, Frieden und Weisheit gestärkt wird, kann er im Umkehrschluss auch an einer Mangelerscheinung leiden. Ist das der Fall, werden diese besonderen Geisteskräfte rasch zu Geistesgiften und wenden sich gegen den eigenen Körper. Mit Disziplin, einer Schulung des Geistes und einer professionellen Begleitung in den Behandlungswegen, kann der Heilungsweg begonnen werden.
Kombiniert mit Ansätzen des Ayurveda, der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Griechisch-Persischen Heilungslehre lindern tibetische Massagen und Behandlungen nicht nur körperliche, seelische und geistige Beschwerden, sondern sind auch wirksame Prophylaxe.
Vor allem jene, denen der Stress auf Gemüt und Körper schlägt, können von den alten Lehren profitieren. Ob bei Burn – out oder leichteren stressbedingten Leiden – die tibetische Medizin kann für die notwendige Balance von Körper, Geist und Seele sorgen.
Horme – Sanfte
Wärmebehandlung der tibetischen Medizin
Hor=Gebiet in Westtibet bis Mongolei; Me=heiß, Feuer
Horme ist eine traditionelle Anwendung aus der tibetischen Heilkunde, bei der Wärme, Öl und Kräuter in kleinen Stoffballen auf bestimmte Körperpunkte aufgetragen werden. Durch kreisende Bewegungen unter leichtem Druck dringt die wohltuende Wärme tief in den Körper ein, löst Blockaden und bringt die Energien wieder ins Fließen.
Besonders wirksam ist Horme bei sogenannten Windstörungen, also Beschwerden, die mit Nervosität, innerer Unruhe oder Verspannungen einhergehen. Häufig werden dazu Energiepunkte am Kopf, aber auch andere Körperstellen behandelt.
Moxa – Wärme für die Heilung
Moxa, im Tibetischen „Me Tsa“ genannt, bedeutet die gezielte Anwendung von Wärme auf bestimmte Punkte des Körpers. Bei der Moxaanwendung wird das Kraut Beifuß (Artemisia vulgaris) verwendet, das in Form von Zigarren oder Röllchen auf spezielle Reflexpunkte gehalten wird.
Die Moxa-Zigarre wird dabei nicht direkt auf die Haut gelegt, sondern mit etwas Abstand über den jeweiligen Punkten bewegt. Durch kleine, kreisende Bewegungen wird die Wärme sanft in die Kanäle geleitet. Diese Methode hilft, Blockaden zu lösen und die Lebensenergie wieder fließen zu lassen.
Die Beifußzigarre wird so nahe an die Punkte herangeführt, dass eine Reizung, Erwärmung und leichte Rötung der Haut entsteht. So wird die Wirkung der Moxa-Therapie optimal genutzt, ohne die Haut zu schädigen. Die indirekte Anwendung sorgt für eine tief wirkende Wärme, die, die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt und unterstützt.
Tsampa-Therapie – Wärme und Stärke aus gerösteter Gerste
Tsampa ist geröstete Gerste, eines der ältesten und wichtigsten Nahrungs- und Heilmittel der tibetischen Kultur. Für die Anwendung wird das feine Tsampa-Mehl mit warmem Wasser und Öl angerührt und zu einem nährenden Brei verarbeitet. Die noch angenehm warmen Packungen werden auf verschiedene Körperbereiche gelegt – etwa auf Gelenke, verspannte Muskeln, schmerzende Zonen oder Energiezentren.
Diese tiefenwirksame Wärmebehandlung hilft, Verspannungen und energetische Blockaden zu lösen. Zugleich wird der Energiefluss harmonisiert, wodurch ein Gefühl von innerer Ruhe und Vitalität entstehen kann.
Tsampa wirkt wärmend und stärkend. Es unterstützt den Körper bei Lumbalschwäche oder Beschwerden, die mit Kälte und Erschöpfung einhergehen – etwa kalten Händen oder Füßen. Die Behandlung vermittelt Geborgenheit und spendet neue Lebenskraft, besonders in Zeiten, in denen Körper und Geist nach Stabilität und Wärme verlangen.
Heiße Steine und Heißer Sand – Wärme, die in die Tiefe wirkt
In der Tradition der Tibetischen Medizin werden Wärmebehandlungen seit Jahrhunderten eingesetzt, um den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und Kälte aus den tieferen Gewebsschichten auszuleiten. Zwei bewährte Anwendungen sind die Behandlung mit heißen Steinen (tibetisch Tsa-Thuk) und mit heißem Sand (tibetisch Je-Duk).
Bei der Tsa-Thuk-Anwendung werden Steine, meist Lavasteine, erhitzt und auf bestimmte Punkte gelegt, um dort Wärme zuzuführen. Anschließend folgt eine sanfte Massage mit den warmen Steinen. Lavasteine enthalten Mineralien und Metalle, die die Elemente in der tibetischen Lehre symbolisch repräsentieren und die Selbstregulation des Körpers unterstützen. Die wohltuende Tiefenwärme hilft, energetische Blockaden zu lösen und Verspannungen im Muskel- und Fasziengewebe zu lockern.
Bei der Je-Duk-Anwendung wird erhitzter Sand in Stoffbeutel gefüllt und auf die zu behandelnden Zonen gelegt oder in kreisenden Bewegungen über den Körper geführt. Diese feine, gleichmäßige Wärme wirkt beruhigend, stärkt die Durchblutung und lindert Beschwerden, die aus Kälte, Feuchtigkeit oder Energiestagnation entstanden sind.
Beide Anwendungen schenken dem Körper tiefgehende Entspannung, regenerieren die Lebensenergie und fördern Harmonie zwischen Körper und Geist – ein zentrales Ziel der Tibetischen Medizin.
Behandlungen:
– Tibetische Massage
– Horme (sanfte Wärmebehandlung mit Kräutern & Öl)
– Moxa-Therapie (Wärmeanwendung mit Beifuß)
– Tsampa-Therapie (wärmende Packungen aus gerösteter Gerste)
– Heiße Steine (Tsa-Thuk)
– Heißer Sand (Je-Duk)
